Geschichte ist besonders interessant, wenn man die Möglichkeit hat Menschen zu befragen, die sie erlebt haben. Der Gechichtskurs der 11. Klasse der Kooperativen Gesamtschule Herzog Ernst aus Gotha nutzte diese Gelegenheit im Projekt Traumland.
Nach grundlegender Informationsrecherche und Erstellung eines Fragenkataloges konnten die Schüler am 08. Mai 2026 den ersten Zeitzeugen begrüßen. Viktor Faustino, ehemaliger Vertragsarbeiter aus Mosambik, erzählte in einem Gespräch von den Gründen, wieso er als Vertragsarbeiter in die DDR kam. Aber auch wie sich das Arbeitsleben, die Freizeit und das Studium während seiner Zeit in der DDR gestaltete, erfuhren die Projektteilnehmer.

In einem zweiten Projektteil besuchte die Klasse das Museum “Automobile Welt” in Eisenach. Neben Recherche in alten Artikeln aus Brigadezeitungen des AWE, konnte auch hier ein Zeitzeugengespräch geführt werden.

Ulrike Quentel hat zwar nicht im AWE gearbeitet, hatte aber Kontakt zu Vertragsarbeitern aus Mosambik. Über eine Kirchgemeinde sind Familienpatenschaften entstanden um den jungen Mosambikanern außerhalb der Arbeit im Automobilwerk eine soziale “Integration” zu ermöglichen, auch wenn es vom damaligen Staatsaparat nicht gewollt war.

Im Gespräch berichtet Ulrike Quentel wie sie diese Situation als junge Mutter erlebt hat und dass es auch zu DDR Zeiten zu rassistischen Übergriffen gekommen ist .. auch gegenüber DDR BürgerInnen, die sich um Vertragsarbeiter gekümmert haben.
Alles in allem ein paar gelungene Projekttage die ihren Abschluß mit einem Rundgang durchs Museum und einem kühlen Eis endeten.

